Temperatur und Gleichzeitigkeit sind entscheidend
Ermitteln Sie zuerst Wärmeleistung und Temperaturniveau der konkreten Maschine. Vergleichen Sie anschließend den Bedarf im Tages- und Jahresverlauf. Sommerlicher Kompressorbetrieb spart ohne passenden sommerlichen Wärmebedarf keine Hallenheizung. Der Übertragungswärmetauscher hat Verluste und benötigt eine Temperaturdifferenz.
Der Kompressor muss auch ohne Wärmeabnahme gekühlt werden
Die Anlage muss Wärme sicher abführen, auch wenn der Speicher seine Temperatur erreicht hat oder die Produktion keine Wärme benötigt. Wärmerückgewinnung darf die notwendige Kühlung nicht außer Kraft setzen. Die Amortisationsrechnung vergleicht die Investition mit der tatsächlich ersetzten Energie, dem Energiepreis der bisherigen Quelle und deren Wirkungsgrad.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Messen Sie Kompressorbetrieb und Wärmebedarf gleichzeitig.
- Prüfen Sie erreichbare Austrittstemperatur und übertragbare Wärmeleistung.
- Berücksichtigen Sie Hilfsenergie, Wartung und Betrieb ohne Wärmeabnahme in der Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Modellbeispiel
Nutzbare 20 kW während 1 500 gemeinsamen Betriebsstunden ergeben 30 000 kWh Wärme. Wird eine Quelle mit 90 % Wirkungsgrad ersetzt, entspricht das etwa 33 300 kWh ihrer Eingangsenergie. Erst deren Preis, Zusatzkosten und Investition bestimmen Einsparung und Amortisation.
Worauf Sie achten sollten
- Maximale Wärmeleistung mit allen Betriebsstunden multiplizieren, ohne Saisonalität zu berücksichtigen.
- Brennstoffpreis mit dem Preis gelieferter Nutzwärme verwechseln.
- Für jeden Kompressor denselben nutzbaren Anteil und dieselbe Temperatur versprechen.
Lässt sich die Wärme auch zur Wassererwärmung nutzen?
Ja, wenn Temperaturniveau, benötigte Abnahme und geeignete Kreislauftrennung passen. Die Quellentemperatur muss die Übertragung ermöglichen; beispielsweise lässt sich Wasser ohne weitere Quelle nicht mit 60 °C warmer Wärme auf 80 °C erhitzen.