Das Motortypenschild ist kein Stromzähler
Ein Motor mit 30 kW Nennleistung bedeutet nicht, dass das gesamte Aggregat in jedem Zustand genau 30 kW aufnimmt. Der elektrische Verbrauch umfasst Motorverluste und je nach Messgrenze auch Lüfter, Umrichter und weitere Hilfsgeräte. Für Jahreskosten benötigen Sie die tatsächliche Leistungsaufnahme und Dauer der einzelnen Betriebszustände.
Wirkungsgrad hat mehrere Bedeutungen
Der Motorwirkungsgrad beschreibt die Umwandlung elektrischer Aufnahmeleistung in mechanische Abgabeleistung. Er sagt nicht direkt, wie viel Luft Sie je kWh erhalten. Zum Vergleich von Kompressoraggregaten bei gleichem Druck eignet sich der spezifische Energieverbrauch. Der isentrope Wirkungsgrad vergleicht dagegen den tatsächlichen Verbrauch mit der theoretischen Verdichtungsarbeit unter festgelegten Bedingungen.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Fordern Sie Leistungsaufnahme und Liefermenge des gesamten Aggregats am selben Betriebspunkt an.
- Unterscheiden Sie kW als Leistung von kWh als Energie über die Betriebsdauer.
- Legen Sie bei der Messung fest, ob Trockner und weiteres Zubehör enthalten sind.
Modellbeispiel
Ein Aggregat nimmt 36 kW auf und läuft im betrachteten Zustand 2 000 Stunden. Es verbraucht 72 000 kWh. Bei einer Liefermenge von 6 m³/min unter gleichem Druck und gleichen Referenzbedingungen entspricht dieser Punkt 0,10 kWh/m³; weitere Betriebszustände müssen hinzugerechnet werden.
Worauf Sie achten sollten
- Jahresenergie allein aus der Motornennleistung berechnen.
- kW ohne Durchfluss und Druck vergleichen.
- Hohen Motorwirkungsgrad mit einem garantiert sparsamen Gesamtsystem verwechseln.
Reicht ein kleinerer Motor für eine niedrigere Rechnung?
Nicht unbedingt. Ein kleinerer Motor kann weniger Luft liefern und länger laufen. Entscheidend ist die Energie zur Deckung desselben Bedarfs einschließlich Regelung, Verlusten und Luftaufbereitung.