Prozentwerte ändern sich auch ohne Wasserzugabe
Erwärmung ohne Feuchtezufuhr senkt die relative Feuchte, obwohl der Wasserdampf nicht verschwunden ist. Beim Abkühlen steigt sie bis zur Sättigung. Der Prozentwert allein reicht daher nicht zum Vergleich des Wassergehalts in winterlicher und sommerlicher Ansaugluft; Temperatur und Druck werden ebenfalls benötigt.
Bilanz vor und nach dem Kompressor
Bei der Verdichtung ändern sich Luftvolumen und Temperatur. Ein einfaches Subtrahieren der g/m³ am Eintritt von den g/m³ im Drucknetz würde unterschiedliche Luftmassen vergleichen. Für die Berechnung von Kondensat verwenden Sie eine einheitliche Trockenluftbasis und berücksichtigen Sie das im austretenden Gas verbleibende Wasser.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Geben Sie zu relativer Feuchte immer Temperatur und Druck an.
- Geben Sie bei g/m³ an, ob Betriebs- oder Referenzvolumen gemeint ist.
- Für das Kondensationsrisiko beachten Sie den Taupunkt beim richtigen Druck.
Modellbeispiel
Zwei Betriebe haben am Eintritt 60 % relative Feuchte, einer bei 10 °C, der andere bei 30 °C. Die Wasserdampfmenge ist nicht gleich. Unter diesen Bedingungen bringt die wärmere Luft je angesaugtem Volumen mehr Wasser mit und kann Nachkühlung und Trocknung stärker belasten.
Worauf Sie achten sollten
- Lufterwärmung mit Wasserentfernung gleichsetzen.
- Nur Prozentwerte ohne Temperatur vergleichen.
- g/m³ mit g/kg trockener Luft verwechseln.
Warum entsteht im Sommer mehr Kondensat?
Warme, feuchte Luft bringt häufig mehr Wasser ins System als kalte Ansaugluft. Wie viel tatsächlich kondensiert, hängt auch von Durchfluss, Druck und Temperatur nach der Kühlung ab. Ableiter sollten daher nicht allein anhand winterlicher Beobachtungen ausgelegt werden.