Was in kalten Leitungen geschieht
Fällt die Leitungstemperatur unter den zum örtlichen Druck gehörenden Taupunkt, kann Kondensat entstehen. Entscheidend ist daher nicht nur die Temperatur am Trockneraustritt, sondern auch der kälteste Punkt des gesamten Wegs. Planen Sie eine angemessene Reserve für Schwankungen und Messunsicherheit ein.
Drucktaupunkt und atmosphärischen Taupunkt nicht verwechseln
Bei Expansion ohne Änderung der Luftzusammensetzung sinken der Wasserdampfpartialdruck und der Taupunkt. Ein Sensor hinter einer Druckreduzierung kann daher deutlich niedrigere Werte anzeigen als im Hauptnetz. Feuchtigkeit wurde dabei nicht unbedingt entfernt; die Messbedingungen haben sich geändert.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Ermitteln Sie die niedrigste Temperatur entlang des Luftwegs.
- Dokumentieren Sie den Druck am Sensor und die Probenahmeart.
- Bewerten Sie den Trockner bei der ungünstigsten Kombination aus Durchfluss und Eintrittstemperaturen.
Modellbeispiel
Die Luft hat bei Netzdruck einen Taupunkt von +3 °C. Durchströmt sie bei etwa gleichem Druck eine auf −5 °C abgekühlte Leitung, drohen Kondensation und anschließendes Einfrieren. Ein Kältetrockner mit diesem Taupunkt allein löst solche Winterbedingungen daher nicht.
Worauf Sie achten sollten
- Atmosphärischen Taupunkt mit der Temperatur einer Druckleitung vergleichen.
- In einem nicht durchströmten Abzweig mit anderen Bedingungen messen.
- Trocken aussehende Leitungen als Nachweis eines ausreichenden Taupunkts ansehen.
Ist ein möglichst niedriger Taupunkt immer besser?
Ein niedrigerer Wert kann Energie- und Wartungskosten der Aufbereitung erhöhen. Ziel ist die sichere Erfüllung von Prozessbedarf und Temperaturbedingungen, nicht das grundlose Trocknen auf den technisch niedrigstmöglichen Wert.