Er zeigt sich erst bei Durchfluss
In einem geschlossenen Netz ohne Abnahme können sich Drücke nahezu ausgleichen, obwohl ein Anschluss zu klein ist. Mit steigendem Durchfluss nimmt der Verlust zu, bei turbulenter Strömung oft überproportional. Der genaue Zusammenhang hängt von Dichte, Reibung, Strömungszustand und Geometrie ab. Ein einzelner Ruhewert zeigt die Ursache nicht.
Die Widerstandsstelle finden
Messen Sie bei relevanter Last gleichzeitig vor und hinter dem verdächtigen Bauteil. Unterscheiden Sie dauerhaften Verlust von einem kurzen Einbruch bei schneller Abnahme. Die Rohrleitungsberechnung umfasst Länge und örtliche Widerstände, bildet ohne reale Regler- oder Filterdaten aber nicht die gesamte Station ab.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Erfassen Sie den Druck an der Quelle, in der Hauptleitung und am Verbraucher.
- Prüfen Sie Schnellkupplungen, Schläuche und zugesetzte Filter, nicht nur die Hauptleitung.
- Prüfen Sie nach dem Eingriff den Druck unter gleichen oder ungünstigeren Betriebsbedingungen.
Modellbeispiel
Bei Abnahme liegen vor dem Filter 7,2 bar(g) und dahinter 6,8 bar(g) an: eine Differenz von 0,4 bar. Werden an der Maschine gleichzeitig 6,2 bar(g) gemessen, gehen weitere 0,6 bar auf dem nachfolgenden Weg verloren. Ein höherer Kompressordruck würde nur einen Teil des Problems verdecken.
Worauf Sie achten sollten
- Messwerte aus unterschiedlichen Zeiten und Abnahmen vergleichen.
- Atmosphärendruck zu einer Druckdifferenz addieren.
- Jeden Druckabfall auf einen zu kleinen Kompressor zurückführen.
Ist die niedrigste Strömungsgeschwindigkeit immer am wirtschaftlichsten?
Größere Rohre reduzieren meist den Druckverlust, erhöhen aber die Investition. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis von zulässigem Druckverlust, Spitzen, künftiger Erweiterung und Kosten. Die Auswahl allein anhand eines empfohlenen Geschwindigkeitswerts reicht nicht aus.