Zuerst die Achsen lesen
Die horizontale Achse kann Liefermenge oder prozentuale Last zeigen, nicht unbedingt die Drehzahl. Die vertikale Achse kann Leistungsaufnahme, spezifische Leistungsaufnahme oder Wirkungsgrad darstellen. Bei der spezifischen Leistungsaufnahme ist ein niedriger Wert besser, beim Wirkungsgrad ein höherer. Diagramme mit unterschiedlichen Drücken oder Skalen lassen sich visuell nicht direkt vergleichen.
Entscheidend sind die Stunden an den einzelnen Betriebspunkten
Bestimmen Sie für jeden Betriebsabschnitt benötigte Liefermenge, zugehörige Leistungsaufnahme und Dauer. Die Energie ist die Summe aus Leistung mal Zeit. Berücksichtigen Sie auch Zustände unterhalb der Mindestregelgrenze, Stillstand und Leerlauf. Der jährliche spezifische Energieverbrauch ergibt sich dann aus Gesamtenergie geteilt durch Gesamtvolumen, nicht aus dem arithmetischen Mittel der Diagrammwerte.
Was ein Katalogdiagramm nicht zeigt
Das Diagramm allein beschreibt weder Übergangszustände noch den Filterzustand oder die Koordination mit anderen Maschinen. Dauerbetrieb an der oberen zulässigen Grenze belegt für sich keinen schädlichen Betrieb, sofern der Hersteller ihn erlaubt. Ebenso lässt sich ohne Daten nicht behaupten, dass der beste Wirkungsgrad stets zwischen 40 und 80 % der Drehzahl liegt.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Fordern Sie Liefermengen-Leistungsaufnahme-Punkte beim gleichen Betriebsdruck an.
- Ermitteln Sie die Anteile der Betriebszustände über Schichten, Pausen und die Saison.
- Prüfen Sie das Verhalten unterhalb der unteren Grenze und die verfügbare Reserve.
Modellbeispiel
Ein reines Modellbeispiel bei gleichem Druck: Maschine A benötigt bei 3 m³/min 20 kW, Maschine B 22 kW. Bei 6 m³/min sind es 40 beziehungsweise 38 kW. Für 3 000 Stunden am ersten und 1 000 Stunden am zweiten Punkt verbraucht A 100 000 kWh und B 104 000 kWh. Der Vorteil bei maximaler Leistung war somit allein nicht ausschlaggebend.
| Liefermenge | Leistungsaufnahme A | Leistungsaufnahme B | Jährliche Betriebsdauer |
|---|---|---|---|
| 3 m³/min | 20 kW | 22 kW | 3 000 h |
| 6 m³/min | 40 kW | 38 kW | 1 000 h |
Worauf Sie achten sollten
- Das Optimum einer Maschine auf alle Marken und Drücke übertragen.
- Liefermengenprozente als Prozente der Leistungsaufnahme lesen.
- Die maximale Leistung einer Maschine mit einem anderen Durchfluss der zweiten vergleichen.
Warum gibt es kein allgemeingültiges Wirkungsgraddiagramm?
Ohne belegtes Modell, Druck und Prüfbedingungen würde ein Diagramm genauer erscheinen, als es tatsächlich ist. Das Grundprinzip erläutert die Drehzahlregelung, ein Investitionsvergleich muss jedoch auf konkreten Leistungsdaten beruhen.