Drei unterschiedliche Situationen
Bei freiem Kühlluftauslass in den Raum bleibt ein großer Teil der Wärme innen. Bei direkter Abluftführung nach außen sind vor allem Restwärme und erforderliche Zuluft zu berücksichtigen. Bei Wasserkühlung wird ein Teil der Wärme über den Wasserkreislauf abgeführt, dennoch muss der Raum bewertet werden. Der Anteil hängt von Konstruktion und Einbindung des konkreten Aggregats ab.
Der Ventilator muss den Widerstand überwinden
Die Wärmebilanz bestimmt den Volumenstrom, nicht automatisch den passenden Ventilator. Kanäle, Bögen, Lamellen, Filter und Schalldämpfer erzeugen Widerstand. Prüfen Sie den verfügbaren externen Druck des Ventilators und verhindern Sie das Ansaugen der eigenen heißen Abluft. Abwärmenutzung kann die Bilanz verändern, doch auch der Betrieb ohne Wärmeabnahme muss berücksichtigt bleiben. Der Winterbetrieb muss die minimal zulässigen Gerätetemperaturen einhalten.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Ermitteln Sie die tatsächlich an den Raum abgegebene Wärme.
- Rechnen Sie für die Zuluft mit einer relevanten Sommertemperatur, nicht dem Jahresmittel.
- Prüfen Sie den freien Gitterquerschnitt und die Druckverluste des gesamten Wegs.
Modellbeispiel
Bei 20 kW Raumwärmelast und 10 K zulässiger Lufterwärmung ergeben sich mit 1,2 kg/m³ Dichte und 1 005 J/(kg·K) spezifischer Wärmekapazität etwa 6 000 m³/h. Dies ist eine beispielhafte Wärmebilanz, keine Ventilatorauswahl.
Worauf Sie achten sollten
- Gesamte Leistungsaufnahme mit Restwärme bei kanalisierter Abluft verwechseln.
- Ein Gitter nach Außenmaß ohne Berücksichtigung des freien Querschnitts dimensionieren.
- Einen Kompressor zum Lärmschutz einhausen, ohne die Kühlung sicherzustellen.
Was, wenn es außen wärmer ist als die zulässige Raumtemperatur?
Lüftung allein mit Außenluft erfüllt diese Anforderung nicht. Die Zuluftquelle muss geändert, Wärme anders abgeführt oder geeignete aktive Kühlung eingesetzt werden. Ein höherer Volumenstrom allein kühlt nicht unter die Zulufttemperatur.