Ein einfacher Zusammenhang mit wichtiger Folge
Absolutdruck = Überdruck + örtlicher Atmosphärendruck. Der Atmosphärendruck beträgt nicht immer genau 1 bar; er ändert sich mit Höhenlage und Wetter. Ein offener Behälter hat null Überdruck, enthält aber kein Vakuum. Der Buchstabe „e“ in bar(e) bezeichnet ebenfalls in der Regel Druck gegenüber der Atmosphäre.
Druckdifferenz und Druckverhältnis
Die Differenz zweier Überdrücke mit demselben Atmosphärenbezug ist gleich der Differenz der Absolutdrücke. Für Verhältnisse gilt das nicht. Das Verhältnis der Absolutdrücke geht ein in die Volumenumrechnung und in die Physik der Verdichtung. Achten Sie deshalb bei Rechnereingaben auf die Feldbeschreibung.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Geben Sie bei jedem Druck an, ob Überdruck, Absolutdruck oder Differenzdruck gemeint ist.
- Verwenden Sie den örtlichen Atmosphärendruck, wenn die Höhenlage relevant ist.
- Prüfen Sie bei Sensoren die Messart, nicht nur Messbereich und Einheit.
Modellbeispiel
Bei einem Atmosphärendruck von 1,00 bar(a) entsprechen 7 bar(g) einem Absolutdruck von 8 bar(a). Ein Abfall von 8 auf 7 bar(g) ist eine Differenz von 1 bar, das Verhältnis der Absolutdrücke beträgt jedoch 9/8, nicht 8/7.
Worauf Sie achten sollten
- Überdruck in pV = mRT einsetzen.
- Atmosphärendruck zu einem Druckverlust addieren.
- 0 bar(g) als Abwesenheit von Luft interpretieren.
Ist bar(a) eine andere Einheit als bar(g)?
Ein bar ist in beiden Fällen gleich groß. Unterschiedlich ist der Nullpunkt der Messung. Die Umrechnung von bar in kPa macht daher aus Überdruck allein noch keinen Absolutdruck.