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Artikel und Praxiserfahrungen

DRUCKLUFT – wo lässt sich sparen?

Druckluft zählt zu den teuersten Energieformen und wird in den meisten Produktionsbetrieben eingesetzt. Wissen Sie, wo Einsparpotenziale liegen? Wir beraten Sie.

Einsparungen bei Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Druckluft sind ein komplexes Thema aus einzelnen Maßnahmen, die aufeinander aufbauen oder sich ergänzen.

1. Optimaler Kompressor bzw. optimale Kompressorkombination.

Für jeden Betrieb sollte ein Kompressor oder eine Kombination passend zum Verbrauchsprofil ausgelegt werden. Ob feste oder variable Drehzahlen geeigneter sind, lässt sich ohne Kenntnis dieses Profils nicht pauschal sagen.

2. Abwärmenutzung zur Warmwasserbereitung.

Ein Kompressor erzeugt Abwärme in Höhe von etwa 70 % seiner gesamten elektrischen Leistungsaufnahme.

3. Abwärmenutzung zur Beheizung benachbarter Räume.

Eine effiziente Abwärmenutzung mit geringen Investitionskosten, wenn in der Nähe der Kompressorstation Warmluft benötigt wird.

4. Regelmäßige Wartung der Kompressoren und aller Druckluftaufbereitungsgeräte.

Regelmäßige Wartung beeinflusst den Energiebedarf durch erhöhte Druckverluste oder Kompressortemperaturen sowie Zuverlässigkeit und Ausfallrisiko wesentlich. Ein verschmutzter Ölabscheider kann den Druckverlust beispielsweise um 0,5 bar und den Energieverbrauch damit um 3,5 % erhöhen.

5. Geeignete energiesparende Lufttrocknung.

Neue Aufbereitungstechnologien ermöglichen erhebliche Einsparungen: taktende Kältetrockner, drehzahlgeregelte Trockner sowie moderne Adsorptionstrockner mit geeigneter Kalt- oder Warmregeneration. Fortschrittliche Regelung kann den Energieverbrauch von Kältetrocknern um 50 % senken. Bei Adsorptionstrocknern lassen sich Regenerationsluftverluste von 20 % der gesamten erzeugten Luft bis auf nahezu null reduzieren.

6. Druckverluste an Filtern.

Verschmutzte Filter können den mittleren Druck und die Druckluftkosten erheblich erhöhen. Durch Echtzeitüberwachung des Differenzdrucks lassen sich Elemente austauschen, bevor übermäßige Verluste entstehen. Ein neuer Filter verursacht etwa 0,05–0,1 bar Druckverlust. Bei Verschmutzung kann dieser auf 0,4 bar steigen, entsprechend 2,5 % zusätzlicher Energie je Filter.

Mehr zur Differenzdrucküberwachung unter www.airman.info

7. Geeignete automatische Kondensatableitung.

Kondensat lässt sich ohne unerwünschte Druckluftverluste ableiten. Ein verschmutzter, dauerhaft durchblasender Ableiter verursacht möglicherweise einen Verlust von 8–15 m3/h.

8. Richtige Dimensionierung der Druckluftbehälter.

Die Auswahl der Druckluftbehälter gehört zur richtigen Auslegung der gesamten Station, um Druckschwankungen und unnötige Schaltungen zu vermeiden.

9. Überwachung der Druckluftwirtschaftlichkeit.

Für dauerhaft niedrige Erzeugungskosten sollten Stromverbrauch und Druckluftparameter überwacht werden: Drücke, Durchflüsse, Drucktaupunkte, Differenzdrücke und Temperaturen.

Mehr zur Überwachung der Druckluftwirtschaftlichkeit unter www.airman.info

10. Vorausschauende übergeordnete Kompressorsteuerung – Druckregelung.

Eine übergeordnete Steuerung spart durch niedrigeren mittleren Druck und weniger Leerlauf erheblich Energie. Übliche Einsparungen liegen bei 3–10 % der ursprünglichen Kosten.

Mehr zur vorausschauenden übergeordneten Kompressorsteuerung unter www.airman.info

11. Regelmäßige Druckluftlecksuche.

Auch eine optimierte, effizient arbeitende Kompressorstation garantiert bei Leckagen im Netz keine niedrigen Kosten der Druckluftarbeit. Regelmäßige Lecksuche und -beseitigung sind daher notwendig. In üblichen Industriebetrieben sind Verluste von 30 % der erzeugten Luft nicht ungewöhnlich.

12. Geeignetes Druckluftnetz.

Dimensionierung, Zustand und Material beeinflussen Luftqualität und Wirtschaftlichkeit wesentlich. Zu kleine oder korrodierte Rohre verursachen Druckverluste, die durch mehr Energie in der Kompressorstation ausgeglichen werden müssen. Vernachlässigte Leitungen können die Kosten um mehr als 10 % erhöhen.

13. Zeitgesteuertes Absperren ungenutzter Druckluftstränge.

Kugelhähne mit Stellantrieb schließen ungenutzte Druckluftstränge automatisch nach Zeitplan und verhindern dadurch Leckverluste außerhalb der Nutzungszeiten.

Mehr zum automatisierten Absperren von Leitungssträngen unter www.airman.info

14. Verbrauch senken, Potenziale erkennen und das System optimieren.

Druckluftsysteme verändern sich ständig, auch ohne größere Eingriffe. Für dauerhaft niedrige Kosten bei Erzeugung, Verteilung und Verbrauch sollten regelmäßige Audits Einsparungen, Reserven und weitere Optimierungsmöglichkeiten des Gesamtsystems aufzeigen.

Möchten Sie mehr über Einsparmöglichkeiten erfahren? Besuchen Sie unser Seminar „Wirtschaftlichkeit der Druckluft“.

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