Vom Strom zur Maschinenarbeit
Ein Kompressor nutzt mechanische Arbeit zum Verdichten der Luft. Dabei erwärmt sich die Luft, weshalb Kühlung zum System gehört. Hinter dem Kompressor folgen üblicherweise Luftaufbereitung, Speichervolumen und Verteilung zu den Verbrauchern. Reihenfolge und Ausführung richten sich nach dem Betriebsbedarf, nicht nach einer universellen Anordnung.
Drei Fragen vor der Auswahl
Druck bestimmt unter anderem die Kraft eines pneumatischen Antriebs. Volumenstrom gibt an, wie viel Luft pro Zeiteinheit verfügbar ist. Reinheit schützt Anlage und Produkt. Höherer Druck ersetzt keinen fehlenden Durchfluss, und ein größerer Motor allein bestätigt nicht die Eignung des Kompressors.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Erfassen Sie Verbraucher, deren Bedarf und den erforderlichen Druck am Anschluss.
- Ermitteln Sie, welche Maschinen gleichzeitig arbeiten und wie lange Bedarfsspitzen dauern.
- Ergänzen Sie Anforderungen an Wasser, Öl und Partikel sowie Umgebungstemperatur und Betriebszeit.
Modellbeispiel
Zwei Maschinen benötigen jeweils 300 l/min Luft unter gleichen Referenzbedingungen. Bei gleichzeitigem Betrieb benötigen sie 600 l/min, nicht höheren Druck. Zur Auslegung gehören außerdem Verluste, Luftaufbereitung und eine angemessene Reserve nach realem Betrieb.
Worauf Sie achten sollten
- Nur nach Motorleistung in kW auswählen.
- Den Druck ständig erhöhen, statt Engstellen im Netz zu suchen.
- Industrielle Druckluft automatisch als atemgeeignet ansehen.
Ist ein größerer Kompressor immer die sicherere Wahl?
Nein. Eine überdimensionierte Maschine kann lange im Leerlauf laufen oder häufig schalten. Die Auslegung sollte dem Verbrauchsverlauf folgen; kurze Spitzen lassen sich manchmal durch Luftspeicherung statt durch eine dauerhaft größere Maschine abdecken.