Wo die Differenz bleibt
Beim Kolbenkompressor beeinflussen unter anderem die Rückexpansion der Luft im Schadraum, Ventildurchströmung, Ansaugerwärmung und Undichtigkeiten die Füllung. Mit steigendem Förderdruck ändern sich die Arbeitsbedingungen. Deshalb kann nicht allen Maschinen ein festes prozentuales Verhältnis von Ansaug- zu Liefermenge zugeordnet werden.
Was das Angebot enthalten sollte
Achten Sie auf die FAD-Liefermenge bei dem Druck, den Sie tatsächlich benötigen. Prüfen Sie neben der momentanen Liefermenge auch die zulässige Einschaltdauer. Ein Druckluftbehälter hilft bei Spitzen, ersetzt bei kontinuierlicher Abnahme jedoch keine unzureichende langfristige Kompressorkapazität.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Fordern Sie Austrittsvolumenstrom und Druck als zusammengehörige Angaben an.
- Prüfen Sie, ob die Angabe das gesamte gelieferte Aggregat umfasst.
- Prüfen Sie den Werkzeugverbrauch während des Betriebs, nicht nur den Schichtmittelwert.
Modellbeispiel
Eine Beispielmaschine hat 400 l/min Ansaugleistung und eine belegte Liefermenge von 280 l/min bei 7 bar(g). Einen Verbraucher mit kontinuierlichen 320 l/min unter gleichen Referenzbedingungen kann sie nicht dauerhaft versorgen. Ein größerer Behälter verlängert nur die Zeit bis zum Druckabfall.
Worauf Sie achten sollten
- Die erforderliche Reserve aus der Ansaugleistung berechnen.
- Volumetrische „Leistung“ in l/min mit Motorleistung in kW verwechseln.
- Bei jeder Druckeinstellung dieselbe Liefermenge annehmen.
Lässt sich die Liefermenge durch Behälterfüllung prüfen?
Überschlägig ja, wenn Volumen, Drücke, Zeit und Temperaturen bekannt sind und keine weiteren Verbraucher vorhanden sind. Die Erwärmung beim Füllen verfälscht jedoch das Ergebnis. Zum Angebotsvergleich ist eine dokumentierte Messung unter festgelegten Bedingungen besser geeignet.