Eine Mikrometerangabe ist keine Reinheitsklasse
Eine Filterangabe in µm muss durch eine Definition von Wirkungsgrad und Prüfung ergänzt werden. Sie bedeutet nicht automatisch, dass alles Größere stets entfernt wird und nichts Kleineres hindurchgeht. ISO-Klassen beziehen sich auf die resultierende Luft, nicht nur auf die Nennbezeichnung des Filterelements.
Messen, was für die Klassifizierung nötig ist
Für anzahlbasierte Klassen müssen die entsprechenden Größenbereiche bekannt sein. Ein fehlender Bereich darf nicht als Nullbefund gewertet werden. Bei Klassen 1–5 müssen außerdem Partikel über 5 µm ausgeschlossen werden. Für massenbasierte Klassen gelten andere Anforderungen; Partikelanzahlen lassen sich ohne Kenntnis der Eigenschaften nicht einfach in mg/m³ umrechnen.
Was Sie in der Praxis prüfen sollten
- Legen Sie die geforderte Klasse und eine geeignete Messmethode fest.
- Kontrollieren Sie den Zustand des Leitungsnetzes hinter dem letzten Filter.
- Berücksichtigen Sie möglichen Staubaustrag aus dem Adsorbens und den Bedarf an einem nachgeschalteten Filter.
Modellbeispiel
Das Messgerät erfasst nur Partikel über 0,5 µm. Für die Bewertung von Klasse 1 fehlt der Bereich über 0,1 bis 0,5 µm. Auch ein Nullbefund in den größeren Bereichen reicht daher nicht zur Bestätigung der gesamten Partikelklasse 1 aus.
Worauf Sie achten sollten
- Fehlende Angaben als Null werten.
- Die Klasse nur aus einem Größenbereich bestimmen.
- Rost und Abrieb übersehen, die erst hinter der Luftaufbereitung entstehen.
Hilft ein Endfilter an der Maschine?
Bei richtiger Auswahl und Wartung kann er Verunreinigungen aus dem Leitungsnetz auffangen. Die Korrosionsursache beseitigt er jedoch nicht, und Wasser- oder Öldämpfe werden möglicherweise nicht erfasst. Sein Nutzen ist anhand des konkreten Problems zu bewerten.